Anselm Feuerbach(1829-1880)
![Anselm Feuerbach [1829–1880]: Selbstbildnis; 1873; Nationalgalerie, Berlin](images/Feuerbach_Bilder/feuerbach-selbstbildnis.gif)
- Geboren am 12. September 1829 in Speyer, gestorben am 4.
Januar 1880 in Venedig.
- Studienjahre an der Düsseldorfer Akademie bei Wilhelm
von Schadow, Johann Wilhelm Schirmer u. a.
- Wechselte 1848 nach München zu Karl Schorn,
und lernte in der Alten Pinakothek die Malerei von Peter Paul
Rubens und Rembrandt kennen.
- 1850 Aufnahme in Antwerpen zwecks Studium bei dem
Historienmaler Gustaaf Wappers
- Die Arbeit im Pariser Atelier Thomas Coutures 1852/53
empfand er selbst als Wendepunkt seiner Entwicklung. Es entstehen frühe Werke
wie "Zigeunertanz" (1853, Kunsthalle Hamburg) mit
Figuren in pathetischen Bewegungen
- 1854 zog Feuerbach nach Karlsruhe, wo 1856 die Darstellung
der Poesie (Kunsthalle Karlsruhe) entstand, eine allegorische Darstellung des
alten Italien.
- 1855 reiste er über Venedig und Florenz nach Rom, wo er
sich bis 1872 überwiegend aufhielt. In Rom
entstanden Porträts nach Renaissancemotiven wie Iphigenie und Lucrezia Borgia.
Der Aufbau der antiken griechischen Säule war Vorbild bei seinen Bildnissen.
Stets versuchte er den aufrechten Menschen in die Weite eines Meeres oder
einer Himmelslandschaft zu stellen.
- Trotz regelmäßiger Aufträge durch Adolf Friedrich Graf von
Schack aus München (Garten des Ariost von 1864
und Pieta, 1863, Schack-Galerie München) brachte erst
die Berufung an die Wiener Akademie 1873 die erhoffte Anerkennung.
- Nach 1876 Aufenthalt in Nürnbeg und Venedig
- Schon früh mit antiken Autoren vertraut, widmete sich
Feuerbach immer wieder literarischen Stoffen. Hauptthema seiner Malerei war
die Sehnsucht nach Idealität, wie sie Feuerbach in einer verklärten Antike
sah. In diesem Streben bildete er gemeinsam mit anderen "Deutschrömern" Arnold
Böcklin, Hans von Marées und Adolf von Hildebrand die Opposition zur weithin
anerkannten und geschätzten Kunst eines Carl Theodor von Piloty oder Hans
Makart.
Literatur:
Anselm Feuerbach (1829-1880). Hrsg. Historisches Museum der
Pfalz, Speyer, Text von Jürgen Ecker, Daniel Kupper, Wolfgang Leitmeyer, Marisa
Volpi u.a.; 2005
Jürgen Ecker: Anselm Feuerbach. Leben und Werk. Kritischer
Katalog der Gemälde, Ölskizzen und Ölstudien, München 1991
Ekkehard Mai: Innerlichkeit und Sinnlichkeit: Feuerbachs und
Delacroix' "Medea" im Vergleich, in: Jenseits der Grenzen, Band 2. Kunst der
Nationen, Köln 2000, 127-144
Daniel Kupper: Anselm Feuerbach. Reinbek bei Hamburg 1993
Christian Lenz / Barbara Hardtwig / Andrea Pophanken u.a. (Bearb.):
Deutsche Künstler von Marées bis Slevogt (= Bayerische Staatsgemäldesammlungen,
Neue Pinakothek München, Gemäldekataloge; Bd. VIII/1-3), München 2003
Helene Seifert: Anselm Feuerbach und die Antike. Neue
Betrachtungen, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in
Baden-Württemberg, Band 31, 1994, 85-108
Carsten Peter Warncke: Anselm Feuerbachs poetische Sendung.
Über die Modernität eines Idealisten, in: Bazon Brock und Achim Preiß:
Ikonographia. Anleitung zum Lesen von Bildern. Festschrift Donat de
Chapeaurouge, München 1990, 155-178
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